Montag, 31. August 2015

13MM Ich und die anderen


Ich liebe To-Do-Listen. Am liebsten auf Papier, damit man sie durchstreichen kann. Etwas zu erledigen ist ein tolles Gefühl. Man war nicht faul und hat sinnlos Zeit vergammeln. Das kleine Kreuz im Kästchen macht mich jedes Mal überglücklich. Hin und wieder brauche ich aber die Hilfe von anderen, um Aufgaben zu erfüllen. Ich kann eben nicht alles. Um ehrlich zu sein, mag ich nicht mit anderen gemeinsam zu arbeiten. Dann ist man abhängig, muss warten und am Ende wird man nicht fertig und dann tendiere ich dazu alles alleine zu machen. Aus diesem Grund liebe ich auch meinen Blog. Da mache ich alles allein. Wenn etwas nicht hinhaut bin ich dafür verantwortlich. Wenn etwas wegen anderen nicht funktioniert, werde ich ungemütlich. "Ja, das schicke ich dir gleich" - oder auch nie... "Tut mir leid, ich habe die Literaturangaben vergessen" - so kann und will ich das aber nicht abgeben, denn am Ende färbt das auch auf meine Leistung ab. Gruppenarbeiten bedeuten für mich MUT. Andere anzusprechen, ihnen Aufgaben,Verantwortung und Entscheidungen abzugeben. Wenn ich es selbst mache, dann habe ich die Kontrolle, den Überblick, die Sicherheit. Aus diesem Grund finde ich den Aspekt der GLEICHHEIT manchmal schwierig. Manche interessieren sich nicht für ihre Aufgaben und denken sich: "Die schaukeln das schon." - was auch stimmt, weil ich nicht so locker an Aufgaben gehe. Gerne verteile ich die Aufgaben gleich. Alles muss ich nicht an mich reißen, solange jeder das tut, was er soll. Doch das erfordert SELBSTSTÄNDIGKEIT und EIGENVERANTWORTLICHKEIT. Manchmal glaube ich, dass manche diese Begriffe noch nie gehört haben. So langsam sind wir doch alle in einem Alter, indem das zu erwarten wäre. Wenn der Abgabetermin näher rückt, werde ich schrecklich nervös. Dann können die Unterlagen lieber drei Tage vorher fertig sein, als dass in den letzten fünf Minuten noch Sachen geändert werden. Doch da kommt das nächste Problem. Eine Gruppe muss EINHEIT leisten. Da kann nicht jeder "sein Ding" durchziehen. Es muss Kompromisse geben, Absprachen. Da braucht es EINSICHT der Mitglieder. Nicht jede Idee kann umgesetzt werden und manche taugen einfach nicht. Natürlich ist jedes Gruppenmitglied unterschiedlich. Was anderen leichter fällt, fällt anderen schwerer. Mit ein bisschen RÜCKSICHT lassen sich solche Gefälle ausgleichen. 



Am Ende müssen wir einsehen, dass man nicht alles alleine schaffen kann. Es braucht andere und Geduld. Gemeinsam kann es schneller gehen, es kann kreativer werden, es kann unheimlich viel Spaß machen, es kann zu wunderbaren Gesprächen und neuen Bekanntschaften führen. Leider habe ich viele schlechte Erfahrungen gemacht. Meine Mitglieder waren zumeist unzuverlässig, unordentlich, unmotiviert und das schlimmste, sie wussten, wenn irgendwas nicht lief oder eine Aufgabe übrig bleibt, dann erledige ich das. Diese Puffer am Ende, der war ich, Da wäre es einfacher für mich, es alleine gemacht zu haben. Das hätte mir Nerven, Stress und noch mehr Arbeit erspart. 

Sich trauen, nach Hilfe zu fragen, sich auf neue Menschen einstellen - Mut
Entscheidungen und Verantwortung verteilen - Gleichheit
Sich nicht immer von anderen abhängig machen - Selbstständigkeit
Eigene Aufgaben gewissenhaft übernehmen und dafür gerade stehen - Eigenverantwortlichkeit
Kompromisse eingehen - Einheit
Auch mal zugeben, wenn etwas schief läuft und sich entschuldigen - Einsicht
Menschlich bleiben, Fehler macht jeder und jeder ist anders - Rücksicht



In einer Gruppe sind es nicht nur die anderen, es sind alle, gemeinsam. So sollte es sein. Natürlich gab es auch Gruppenarbeiten, bei denen es wunderbar funktioniert hat. Jeder hat seine Aufgabe erfüllt, man hat sich gerne Nachmittags getroffen und ist auch mal vom Thema abgeschweift. Die Präsentation war einheitlich und alles gleichmäßig verteilt. Eine richtige Gruppenarbeit. Solche Gruppen wünsche ich euch allen. Sie sind so effektiv, Menschen, die so ticken wie ich. Denen es nicht egal ist, was am Ende dabei herumkommt. Überall da, wo Menschen aufeinandertreffen, gibt es Gruppen. Die eigene Familie, der Freundeskreis, die Partnerschaft, ein Verein. Wer Menschen findet, die sich diese Schlagworte zu Herzen nehmen und berücksichtigen, hat einen Schatz gefunden. Und ich bin so froh, diese Menschen in meinem Leben zu haben. Diesen Puffer mal abgeben zu dürfen. Zu wissen, du bist nicht die einzige Verrückte, die die gemeinsame Arbeit Ernst nimmt und es Menschen gibt, die dir Verantwortung abnehmen.

millischinka ♥ eure Milla



Kommentare:

  1. Ich mag deinen Blog <3 gefällt mir!

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

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    1. Dankeschön! Schön mal einen Kommentar zu lesen ^___^

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Vielen Dank für deinen Kommentar ♥

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