Montag, 24. August 2015

12MM Zuhause



Zu dieser Jahreszeit klagen die Menschen eher über Fernweh. Wenn man ein schönes Zuhause hat, dann ist das Interesse am Verreisen geringer. Zwar gab es einen kleinen Ausflug nach Amsterdam (dazu wird es auch noch einen Post geben), aber eigentlich finde ich es Zuhause ganz schön. Mein eigenes Zimmer, so laut unter der Dusche singen, wie ich will und mein voller Kleiderschrank. Das eigene Bett, die komplette Schminkpalette und die ein oder andere schlappe Pflanze. Das sind alles Dinge, die ich schätze. Ein Ort, wenn ich sonst nicht weiß wohin. Ein Ort zum Zurückziehen. Wo ich morgens geweckt werde, es lecker Essen gibt und ich bei einer Tasse Tee quatschen kann. Wenn's mal nicht so gut lief, steige ich in den Bus und lande Zuhause, es gibt eine Süßigkeitenschublade und das Handy verbindet automatisch mit dem Internet. Wo man jemanden einen Gefallen tut, es immer Werkzeug zum Reparieren gibt und die Hausapotheke Leben rettet. Dann knipse ich abends meine Lichterkette an, zünde 'ne Kerze an und lasse den Tag ausklingen.



Doch manchmal packt einen das Fernweh. Man kann einfach nicht mehr Zuhause sitzen und den gleichen Ausblick aus dem Fenster ertragen. Neue Sicht, Menschen, etwas Sand zwischen den Zehen. Auszeit, einfach mal weg. Einfach wissen, ich kann nichts ändern, tun. Einfach abschalten und alles zurücklassen. Denn mit Zuhause ist viel verbunden. Viele Pflichten, Beziehungen, Erwartungen. Wir wuseln dann durch's Leben. Eine neue Stadt bietet einen Neuanfang. Hier kennt mich keiner. Hier ist es egal, wie ich mich kleide, wer ich bin. Ein leeres Blatt Papier, die Chance Neues auszuprobieren. Alles ist interessant, wenn es noch neu ist. Aber freuen wir uns nicht, wenn wir im Flieger, Zug oder Auto sitzen und auf dem Weg nach Hause sind? Unsere Lieblingsmahlzeit und Freunden und Familie die Fotos zeigen? Immer wieder wollen wir ankommen. Wir suchen oder machen uns ein Zuhause, die Zutaten kennt jeder. Das was wir kennen schenkt uns Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit. Ein fremder Ort kann ein Zuhause werden. Man kann überall Zuhause sein und sich vielleicht sogar dort heimischer fühlen. Dieses Gefühl, wenn man den richtigen Ort, die richtige Zeit und den richtigen Partner gefunden hat. Man ist angekommen. Es scheint so, als ob genau dieser Platz für einen vorbestimmt ist. Ankommen, das bedeutet nicht, dass man stehenbleiben soll. Es bedeutet, die Welt zu umarmen und zu wissen, dass es immer etwas Neues Zuhause geben kann.



millischinka ♥ eure Milla




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